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Das Ende der freien Presse - Beispiel Berliner Zeitung

Die Berliner Zeitung will "frei und unabhängig bleiben". Gelingt das? Offensichtlich nicht. - Standpunkt und Screenshot-Analyse

  • Zaki Morgenstern
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Erstveröffentlichung: 01.02.2022
Letzte Aktualisierung: 07.02.2022, 10:30

Auf Berlins und Deutschlands Straßen gehen jeden Montagabend hunderttausende Menschen spazieren, um gegen die Pläne der Bundesregierung, eine allgemeine Impfpflicht einzuführen, zu protestieren.

Die Mainstreammedien ignorieren diese friedlichen Proteste, spielen die Teilnehmerzahlen runter, setzen den Fokus auf Gegenproteste, Gewaltszenen und die Unterwanderung durch rechte Gruppierungen. Mit diesem permanenten Reframing im Sinne des vorherrschenden Narrativs untergraben die öffentlich-rechtlichen und privaten "Leitmedien" ihre Glaubwürdigkeit.

Erst letzte Woche bildete die Berliner Zeitung mit folgendem Titel eine rühmliche Ausnahme:
"Über 380.000 Menschen: So viele gingen wirklich gegen die Corona-Politik auf die Straße"
und strafte damit den Mainstream Lügen (1). Der Artikel war zwar nur Online-Abonnenten vollständig zugänglich, er erschien aber immerhin - der Dimension des Ereignisses entsprechend - auf der ersten Seite der Online-Ausgabe. (2)

Über den massiven und unverhältnismäßigen Polizeieinsatz der Berliner Polizei, wie er z.B. am 24.01.2022 in Köpenick zu beobachten war, wird nichts berichtet, auch nicht in der Hauptstadtpresse, obwohl mehrere Hundertschaften der Berliner Polizei beteiligt waren und offenbar hunderte von Menschen betroffen sind. (3)

Was zeigt die Homepage der Berliner Zeitung am Dienstag, den 01.02.2022, auf ihrer ersten Seite, nachdem am Vortag in ganz Deutschland wieder hunderttausende auf den Straßen waren?

Unglaublich aber wahr! Nicht etwa Bilder von tausenden Spaziergängern, die allein schon in Berlin unterwegs waren (4), sondern ganz prominent die Portraits zweier Vertreter des Berliner Senats, Ulrike Gote, Gesundheitssenatorin (Grüne) und Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa (die Linke) prangen auf der ersten Seite!

Ulrike Gote hatte gerade noch am Montag (31.01.2022), Klaus Lederer am Dienstag (01.02.2022) den Journalisten der Berliner Zeitung ein Interview gegeben. Ist die Berliner Zeitung hier auf die geschickte Pressearbeit des Berliner Senats reingefallen? Oder gibt es einen stillschweigenden Deal zwischen Politik und der Zeitung, die Ende 2019 vom Unternehmer-Paar Silke und Holger Friedrich übernommen wurde?

Reiner Zufall, dass am Morgen nach einem bundesweiten Volksspaziergang der Kopf der Homepage der Berliner Zeitung von 3 Regierungsvertretern mit ihren Botschaften eingenommen werden? An diesem Tag ist rein gar nichts von den hunderttausenden Menschen zu sehen, die am Vortag unterwegs waren!

Ich fürchte nein!

Wird hier die Berliner Zeitung von der Geschichte ihres Verlegers eingeholt?

Die Redaktion der Berliner Zeitung wurde an diesem Freitag von der Nachricht überrascht, dass ihr Verleger Holger Friedrich Ende der 80er Jahre für das Ministerium der Staatssicherheit der DDR eine Verpflichtungserklärung unterschrieben hat.
Friedrich informierte die Redaktion am frühen Nachmittag im Verlagsgebäude über seine Tätigkeit für die Staatssicherheit und die Hintergründe. Er sicherte zu, alle diesbezüglichen Fragen zu seiner Vergangenheit den Redakteurinnen und Redakteuren persönlich beantworten zu wollen.

Die Redaktion der Berliner Zeitung erklärt, dass sie sich sachlich und angemessen mit der Situation auseinandersetzen wird. Wir stehen für unabhängigen Journalismus und werden wie bereits in der Vergangenheit unseren Beitrag zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte leisten.

So schrieb die Redaktionsleitung der Berliner Zeitung in einem Brief an ihre Leser am 15.11.2019.


(1) Siehe Berichterstattung am Dienstag, den 25.01.2022, auf ARD, ZDF, Inforadio RBB, etc.
(2) Das Online-Magazin multipolar-magazin.de berichtet schon länger kritisch und fragt die Teilnehmer-Daten regelmäßig bei den Innenministerien und Polizeidirektionen der Länder ab. Hier der jüngste Bericht: Wieder 300.000 am Montag auf der Straße: Will man die Proteste mit Verboten stoppen?
(3) Allein die Aufzeichnungen einiger weniger privater Streamer zeugt von diesem denkwürdigen Ereignis. - Solange sie nicht von Youtube gelöscht werden. Live Bericht von Berliner Montagsspaziergang aus Köpenick von "Berlin Berlin TV":
(4) Nach offiziellen Angaben protestierten am 31.01.2022 in Berlin 6.400 und in ganz Deutschland rund 300.000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen, wie die Berliner Zeitung am 02.02.2022 online berichtete. Bemerkenswert, der wenig informative Titel ist als Frage formuliert und der vollständige Artikel liegt hinter einer Bezahlschranke. So viele gingen bundesweit an einem Tag gegen die Corona-Politik auf die Straße

Zaki Morgenstern Zaki Morgenstern @Zaki Morgenstern

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